Betreuung in der Schwangerschaft

In unserer Praxis können daher folgende diagnostischen Verfahren zur optimalen Überwachung Ihres Kindes durchgeführt werden:

Betreuung der “normalen” Schwangerschaft

Die Basis jeder Schwangerschaftsüberwachung sind die deutschen Mutterschaftsrichtlinien, die verschiedene Untersuchungen empfehlen, wie Labor, 3 x Ultraschall und Kardiotokogramm (CTG). Diese Untersuchungen werden natürlich in der Praxis angeboten.

Spezielle Pränataldiagnostik

Das gemeinsame Ziel von Ihnen als werdende Mutter und uns, als Sie betreuende Ärzte, ist das gesunde Kind, das möglichst etwa am Termin zur Welt kommen soll.

Zur Vermeidung der Frühgeburtlichkeit, deren Hauptursache unbemerkte Infektionen im Bereich der Scheide und des Gebärmutterhalses sind, die zu vorzeitigen Wehen und sogar vorzeitigen Blasensprung führen können, wird in dieser Praxis bei jedem Termin neben der regelmäßigen vaginalen Untersuchung zusätzlich ein Infektionsscreening (pH-Messung) durchgeführt und ggf. gezielte Infektionsdiagnostik und entsprechende Therapie durchgeführt.

Bei entsprechender apparativer Ausstattung und Erfahrung können heutzutage nicht alle, aber doch sehr viele kindliche Auffälligkeiten bereits weit vor der Geburt diagnostiziert werden. Dies hat den Vorteil, dass manchmal das Kind bereits in der Gebärmutter therapiert werden kann, rechtzeitig weiterführende Diagnostik eingeleitet werden kann, das evtl. in der Gebärmutter mangelversorgte Kind rechtzeitig entbunden werden kann, Sie primär in eine Entbindungsklinik eingewiesen werden können, die am besten auf das zu erwartende kindliche Problem eingestellt ist ….etc.

Um möglichst weitgehend ein kindliches Problem ausschließen zu können, können beim geringsten Verdacht, der sich – Gott sei Dank – in den allermeisten Fällen nicht bestätigt, folgende spezielle Untersuchungsmethoden in der Praxis durchgeführt werden:

Erweiterte sonographische Missbildungsdiagnostik

Durch eine spezielle, sonographische Darstellung einzelner fetaler Organe können viele kindliche Probleme ausgeschlossen oder frühzeitig diagnostiziert werden.

Dopplersonographie

Bei Verdacht auf eine kindliche Mangelversorgung kann mit einer sonographischen Durchblutungsdarstellung selbst kleinster kindlicher Gefäße (z.B. Nabelschnurarterie, Gehirnarterie) das Wohlbefinden des Kindes überprüft werden und das schon weit bevor sich das Kind am CTG “meldet”, dass es ihm nicht gut geht. Dies ist auch besonders wichtig bei mütterlichen Erkrankungen oder Mehrlingsschwangerschaften. Darüber hinaus kann durch die sonographische Durchblutungsdarstellung des mütterlichen Blutgefäßes, das die Gebärmutter versorgt (Arteria uterina), eine Abschätzung Ihres Risikos auf eine EPH-Gestose (“Schwangerschaftsvergiftung) gemacht werden.

Erstsemester-Screening (zertifiziert nach FMF-London, Prof. Nicolaides)

Mit dem mütterlichen Alter steigt das Risiko für die Trisomie 21 (“Down-Syndrom”) beim Feten. Mit 35 Jahren liegt es bei ca. 0,5%. Daher gibt es in Deutschland die Empfehlung ab 35 Jahren am Anfang der Schwangerschaft eine Chromosomenbestimmung des Feten über Amniozentese (s.u.) oder Chorionzottenbiopsie durchführen zu lassen. Diese Untersuchungsmethoden führen zwar zu einer definitiven Diagnose, lösen aber in ca. 0,5% der Fälle eine Fehlgeburt aus. Alle unter 35jährigen sind bei diesem Screening nicht berücksichtigt, sie haben zwar auch ein altersabhängig geringeres Risiko, machen aber die große Mehrheit der Schwangeren aus. Dies hat dazu geführt, dass die Mehrzahl der “Down-Syndrom-Babies”, die in Deutschland geboren werden, Mütter unter 35 Jahren haben oder anders ausgedrückt: es werden damit nur 30% der “Down-Syndrom-Schwangerschaften” entdeckt. Um ein besseres Screening auf chromosomale Störungen als nur das Alter zu etablieren, wird seit Jahren der “Tripple-Test” angeboten. Durch die Bestimmung von drei Hormonen (alpha-Fetoprotein, ß-HCG, Östriol) aus dem mütterlichem Venenblut ab der 15. SSW wird eine etwas bessere Risikoabschätzung erreicht: Für alle Schwangerschaften angewandt ergäbe es eine Entdeckungsrate für Trisomie-21-Schwangerschaften von ca. 50%. Die derzeit beste Risikoabschätzung ist die von Prof. Nicolaides, King´s College London, eingeführte Nackentransparenz-Screening um die 13.SSW:
Es integriert in seiner Risikoberechnung das Alter der Mutter, die Ultraschalldaten des Feten und insbesondere eine Verdickung der Hautfalte am Nacken des Kindes, die stark mit chromosomalen Veränderungen korreliert, und zwei Hormone (PAPP-A, freies ß-HCG) aus dem mütterlichen Blut. Durch ein von Prof. Nicolaides entwickeltes Computerprogramm lässt sich eine Risikoabschätzung errechnen, die ca. 90% (!) der “Down-Syndrom-Schwangerschaften” entdeckt. Um es noch einmal deutlich zu sagen: Alle o.g. Risikoberechnungen geben nur ein statistisches Risiko an, eine definitive Abklärung erbringt nur die Amniozentese/Chorionzottenbiopsie:

Amniozentese (Fruchtwasserpunktion)

Bei der Amniozentese wird mit über eine feine Nadel ultraschallgesteuert etwas Fruchtwasser gewonnen. In diesem Fruchtwasser schwimmen kindliche Zellen. Aus diesen kann der kindliche Chromosomensatz bestimmt und chromosomale Störungen (z.B. Down-Syndrom und viele andere) sowie eine ganze Reihe von Stoffwechselerkrankungen sicher ausgeschlossen oder diagnostiziert werden. Das Problem bei der Amniozentese/Chorionzottenbiopsie ist, dass auch bei routinierter Anwendung ein durch die Untersuchung bedingte Fehlgeburtsrisiko von ca. 0,5% bleibt.

4D-Ultraschall

Beim 4D-Ultraschall kann ihr Kind in Echtzeit dreidimensional dargestellt werden. (D.h. die “vierte Dimension” ist die Zeit!) Der 4D-Ultraschall ermöglicht sensationelle Bilder ihres Kindes, für eine Fehlbildungsdiagnostik ist er nur in sehr seltenen Ausnahmefällen erforderlich, so dass der 4D-Ultraschall auch keine Kassenleistung ist.

Das obenstehende Interview, das der Passauer Fernsehsender TRP1 führte, gibt einen guten Überblick über den 4D-Ultraschall in der Schwangerschaft, einfach ´mal anschauen!

Glucose-Toleranz-Test

Die Schwangerschaft bedeutet eine verstärkte Beanspruchung ihrer Bauchspeicheldrüse. Bei einer latenten diabetischen Stoffwechsellage produziert ihre Bauchspeicheldrüse im “nicht-schwangeren Zustand” noch ausreichend Insulin und sie sind gesund. Kommt eine Schwangerschaft hinzu, kann die Bauchspeicheldrüse den vermehrten Bedarf an Insulin nicht mehr decken und Ihr Blutzuckerspiegel steigt an, was man aber meistens nicht spürt. Da der Blutzucker plazentagängig ist, kommt er auch beim Baby an, dessen Bauchspeicheldrüse dann versucht durch vermehrte Insulinproduktion den Blutzuckerspiegel zu senken. Das Insulin wirkt aber nicht nur Blutzucker-senkend, sondern auch somatotrop, d.h. Fett- und Glucose-einlagernd in die Zellen. Daher sind die Babies dieser Mütter sehr groß und schwer, aber auch eher unreif (Lunge etc.). Darüberhinaus führt dies natürlich auch zu vermehrten Geburtsproblemen. Der Glucose-Toleranz-Test zwischen 20. und 24.SSW deckt diese unterschwellig vorliegende Stoffwechsellage auf, die dann diätetisch oder mittels Insulingaben eingestellt werden kann, so dass nachteilige Auswirkungen auf das Kind vermieden werden können.

ß-Streptokokken-Test

Beim ß-Streptokokkentest wird am Ende der Schwangerschaft geprüft, ob diese Bakterien unbemerkt in der Scheide vorkommen. Das Kind kann sich bei der Geburt infizieren, eine Neugeboreneninfektion kann die Folge sein. Ist der ß-Streptokokken-Test auffällig, wird während der Geburt die Mutter antibiotisch (lediglich Penicillin) behandelt, die Gefahr einer Neugeboreneninfektion wird dadurch deutlich reduziert.

Um es noch mal zu betonen: Mit diesen Untersuchungen lassen sich nicht alle, jedoch ein Großteil kindlicher Erkrankungen bereits vor der Geburt erkennen!

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